Großes Jubiläum am 30. April 2020 –  Am 30. April 1930 wurde das Planetarium Hamburg im ehemaligen Winterhuder Wasserturm im Stadtpark eröffnet. Egal ob jung oder alt, Laie oder Expertin und Experte – alle werden hier mitten hinein ins kosmische Geschehen versetzt. Ursprünglich als Wasserturm erbaut, wurde das Gebäude 1917 fertiggestellt und überstand zwei Weltkriege. Das „Haus der Sterne“ öffnete am 30. April 1930 im heute denkmalgeschützten Turm und zählt damit zu den ältesten Planetarien weltweit.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „An keinem anderen Ort in Hamburg ist man den Sternen so nah wie im Planetarium, und das seit nunmehr 90 Jahren. In seiner fast ein Jahr-hundert währenden bewegten Geschichte hat es sich zum erfolgreichsten Planetarium Deutschlands entwickelt und bietet ein einzigartiges Programm, das national und international Maßstäbe setzt. Mit wissenschaftlichen und unterhaltsamen Formaten werden den Besucherinnen und Besuchern vielfältige Anknüpfungspunkte für die Beschäftigung mit unserer Erde und dem Universum geboten. Modern und innovativ, hat das Sternentheater vollkommen zu Recht einen festen Platz in der Hamburger Kulturlandschaft.“

Die Entstehungsgeschichte des Planetarium Hamburg ist eng mit dem deutsch-jüdischen Kunsthistoriker Aby Warburg verknüpft. Dieser gilt als einer der bedeutendsten Anreger der Geistes-wissenschaften im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert. So konzipierte er für das Planetarium die bedeutende „Bildersammlung zur Geschichte von Sternglaube und Sternkunde“, die erstmals zur Eröffnung des Hauses gezeigt wurde – leider einige Monate nach Warburgs Tod. Mit ihr wollte er die Darstellung des Himmels um eine Ausstellung ergänzen, die zeigt, wie die Menschen im Lauf der Geschichte die Bewegung der Gestirne wahrgenommen und erklärt haben. Nach einer wechselvollen Geschichte ist sie derzeit im Archiv der Universität Hamburg eingelagert. Doch Warburgs visionärer Umgang mit der Welt der Bilder, Wahrnehmungen und der Wissenschaft hat bis heute nicht an Aktualität verloren und weist nicht nur dem Planetarium einen Weg in die Zukunft.

Das Planetarium Hamburg heute: Seit dem Jahr 2000 steht das Planetarium unter der Leitung des Astrophysikers Prof. Thomas W. Kraupe. Er folgte auf Prof. Dr. Erich Übelacker, der das Haus von 1975 bis 2000 sehr erfolgreich führte. Thomas Kraupe würdigt mit seinem Kurs das Vermächtnis Aby Warburgs. „Unser Planetarium ist ein facettenreiches Sternentheater – eine lebendige Begegnungsstätte von Kunst, Kultur, Wissenschaft und Natur, die Herz und Verstand, Emotion und Intellekt anspricht. Sie ist ein einzigartiger Denkraum, der den Menschen und das Menschliche im unendlich großen Raum und im Meer der Zeit verorten hilft”, beschreibt Kraupe die Vision, die er mit seinem Team umsetzt. „Bis heute hat das Planetarium Hamburg bereits vielen Millionen Menschen ihre Heimat im Kosmos näher gebracht – und gleichzeitig vermittelt, was wir alle auf unserem kleinen blauen Planeten teilen: unsere Neugier und unsere gemeinsame Herkunft von den Sterne.“

Als „Kreuzfahrtschiff der Sinne“ bietet das Planetarium nun außergewöhnliche Ausflüge in das Universum und erklärt die großen Zusammenhänge unserer Erde mit dem Kosmos. Dank neuer, weltweit einzigartiger technischer Ausstattung können die Zuschauer die Sterne und Planeten buchstäblich „zum Greifen nah“ erleben und in kosmische Licht- und Klangräume eintauchen: So ist das Planetarium Hamburg das erste Sternentheater weltweit, in dem ein immersives 3D-Bild mit 3D-Sound zu einem eindrucksvollen Rundum-Erlebnis verschmelzen. Neben Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen prägen Künstler und Künstlerinnen wie Rolf Zuckowski, Mousse T., Enya, Simone Young, Hardy Krüger, Jean-Michel Jarre u.v.m. hier neue audiovisuelle Reisen zwischen Ursprung und Zukunft der Welt, wie sie selten so tief und so sinnlich zu erleben sind. Nicht ohne Grund zählt das Haus mehr als 300.000 Besucher im Jahr.

Auch die zahlreichen Umbauten und Erweiterungen des Hauses folgten der Idee, Räume für Begegnungen zwischen Kunst und Wissenschaft zu öffnen. So wurde durch die Durchbrüche des Fundaments im Rahmen einer umfangreichen, denkmalgerechten Sanierung 2017 das heutige Foyer geschaffen. Dieses bietet einen freien Blick auf das von Dorothea Maetzel-Johannsen konzipierte und von Heinrich Groth 1930 ausgeführte Deckengemälde mit der mythologischen Darstellung der Sternbilder.

Das Programm zum 90-jährigen Jubiläum: Nun steht das 90. Jubiläum ins Haus. Da das Planetarium am 30. April aufgrund der Corona-Krise nach wie vor für den Publikumsverkehr geschlossen ist, wird die Jubiläumswoche zunächst online und virtuell gefeiert. Den Auftakt bildet der „Earth Day“ am 22. April. Hier ist mitunter die Finissage der Ausstellung „Safari zum Himmel“ geplant. Am 24. April folgt dann das 30. Jubiläum des Hubble-Weltraumteleskopes. Das Sternentheater widmet ihm eine Ausstellung faszinierender Bilder – in Kombination mit einem spannenden Foto-Projekt, über das an dieser Stelle noch nicht zu viel verraten werden soll. Ihren Gipfel findet die Festwoche am Jubiläumstag des Planetariums. Hier wird ein spannendes Programm auf die digitalen Beine gestellt, so dass Freundinnen und Freunde des Hauses online mitfeiern können.

Auch die kommenden Monate stehen im Zeichen des „90. Geburtstages“ des Sternentheaters. Geplant sind besondere Veranstaltungen, Wettbewerbe und ein Sommerfestival mit zahlreichen Gastauftritten von Künstlerinnen und Künstlern sowie Gastspiele ausgewählter Planetariumsprogramme aus aller Welt. Los geht es, sobald das Planetarium Hamburg seine Tore wieder für den Publikumsbetrieb öffnen kann. „Gerade in unruhigen und besorgniserregenden Zeiten kann uns der Blick in die Sterne Zuversicht geben. Die kosmische Perspektive auf unsere Welt, wie sie hier erlebbar wird, stärkt unser Wir-Gefühl und damit den Zusammenhalt, den wir jetzt brauchen. Und so sehen wir dem ‚90. Geburtstag‘ unseres Sternentheaters mit Vorfreude entgegen“, sagt Prof. Kraupe. „Feiern Sie mit uns und begleiten Sie uns mit Neugier und Tatkraft auch bei unseren kommenden Umrundungen der Sonne.“

Weitere Informationen zum Festprogramm und zum Sternentheater finden Sie unter www.planetarium-hamburg.de.

Quelle: HM-Infinity, Halstenbek